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Beziehungen zu Deutschland

01.03.2018 - Artikel

Stand: September 2018

Politische Beziehungen

Bundeskanzlerin Merkel besuchte Jakarta im Juli 2012 und vereinbarte mit dem damaligen indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono in der „Jakarta Erklärung“ eine thematisch breite Grundsatzvereinbarung als Basis für eine vielfältige und enge deutsch-indonesische Zusammenarbeit. Präsidenten Yudhoyono kam seinerseits vom 3. bis 6. März 2013 zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Mehrere Besuche auf Ministerebene, darunter von Bundesaußenminister Steinmeier im Oktober 2014, Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt im April 2016 und Bundesentwicklungsminister Müller im Mai 2017 haben die bilateralen Beziehungen weiter verdichtet. Im September 2015 besuchte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe Christoph Strässer Jakarta und die Provinz Papua. Am 18. April 2016 bekräftigten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der indonesische Staatspräsident Joko Widodo anlässlich eines Arbeitsbesuches in Berlin die in der „Jakarta Erklärung“ angelegte Partnerschaft.

Im Zentrum der bilateralen Beziehungen, die neben politischen Konsultationen die Unterstützung des indonesischen Wunsches von zügigen Freihandelsverhandlungen mit der EU umfassen, stehen die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen, die Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie die deutsche Unterstützung bei der Reform des indonesischen beruflichen Bildungswesens.. Regelmäßig erörtert werden auch globale Fragen wie Klimaschutz, Themen der maritimen Agenda, Strategien zur nachhaltigen Entwicklung und die Zusammenarbeit im G20-Format. Als jeweils größte Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN), bestehen für Deutschland und Indonesien regionalpolitisch zahlreiche Anknüpfungspunkte. 2019 und 2020 werden Indonesien und Deutschland als nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammenarbeiten.

Als Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt ist Indonesien ein wichtiger Partner Deutschlands für den Dialog über Religionsfragen. Der vierte deutsch-indonesische „Interfaith Dialogue“ mit Vertretern der Regierungen beider Länder und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Religionsgemeinschaften fand im September 2015 in Berlin statt. Der Dialog wurde 2016 und 2017 durch Begegnungsformate für Kirchen, Gemeinden und die Zivilgesellschaft ergänzt und soll künftig erweitert werden.

Wirtschaftsbeziehungen

Der bilaterale Handelsaustausch belief sich nach Angaben des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2017 auf 6,08 Mrd. Euro, davon deutsche Ausfuhren 2,69 Mrd. Euro und deutsche Einfuhren 3,39 Mrd. Euro. Bis 2012 legte  der deutsche Außenhandel mit Indonesien auf  einen Höchstwert von 7.16 Mrd. Euro zu, von 2012 bis 2017 bewegte sich der Handelsaustausch auf einem relative niedrigen Wert von 6,55 Mrd. EURO. Die Werte  reflektieren damit die schwache Einbindung der indonesischen Wirtschaft in die internationalen Wirtschaftsströme Für den Zeitraum bis Juli 2018 zeigen sowohl die Ausfuhren nach IDN (+14,4% ggü. gleichen Zeitraum 2017) als auch die Einfuhren aus IDN (+17,2% ggü. gleichen Zeitraum 2017) steigende Tendenz.. Nach Indonesien verkauft wurden vor allem Spezialmaschinen und Kraftfahrzeuge (einschließlich Komponenten und Teile).

Engagement deutscher Unternehmen in Indonesien

Die deutschen Direktinvestitionen in Indonesien beliefen sich 2017 auf 289 Mio. USD (2016: 133 Mio. USD). Bei einem Gesamtvolumen realisierter ausländischer Investitionen in Höhe von etwa 32 Mrd. USD entsprach der deutsche Anteil rd. 0,9,(2016: 0,45) Prozent. Für das erste Halbjahr 2018 2017 lagen die deutschen Direktinvestitionen bei rund. 129 Mio. USD (1. Hj. 2017: 182 Mio. USD).

Als deutsche Firmen sind u. a. Siemens, MAN, ThyssenKrupp, aus dem Chemiebereich BASF, Bayer, Beiersdorf, Merck, Henkel, und Evonik in Indonesien aktiv. Ferner die Allianz AG und die Deutsche Bank im Finanz- und Versicherungsbereich, die DHL, Schenker, Hapag Lloyd im Logistiksektor sowie Heidelberger Zement, Fuchs Oil und die Schott AG. Daimler/Mercedes-Benz und BMW endmontieren Autos in Indonesien.

Die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK Indonesien / EKONID) vertritt die Interessen ihrer mehr als 500 deutschen und indonesischen Mitgliedsunternehmen. Sie berät deutsche und indonesische Unternehmen bei der Markterschließung, unterstützt bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und arbeitet mit Partnerorganisationen aus Indonesien und Europa zusammen (www.indonesien.ahk.de ).

Germany Trade & Invest (GTAI) berät als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland indonesische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen und unterstützt deutsche Unternehmen, die den indonesischen Markt erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Auf der GTAI-Website sind Informationen zu verschiedenen, für deutsche Unternehmen besonders interessanten Branchen frei abrufbar (www.gtai.de).

Weiterhin sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die zur KfW gehörende Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) mit Länderbüros in Indonesien vertreten.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Indonesien ist einer von sechs „Globalen Entwicklungspartnern“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Neben seiner steigenden wirtschaftlichen Bedeutung ist insbesondere die Rolle Indonesiens im Klimabereich von globaler Relevanz – aufgrund seiner immensen Waldbestände und Artenvielfalt, aber ebenso als einer der weltweit größten Treibhausgasemittenten.

Die deutsch-indonesische Zusammenarbeit besteht bereits seit den 1950er Jahren. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes empfing Indonesien 2015 an Netto-ODA-Leistungen in Höhe von 281 Mio. Euro. Zuletzt im Juli 2017 wurden bei Regierungsverhandlungen in Jakarta erneut umfangreiche entwicklungspolitische Vorhaben in den Schwerpunkten in den Bereichen „Energie“, „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und berufliche Bildung“ sowie „Umwelt- und Klimaschutz“ vereinbart. Insgesamt wurden bei den Verhandlungen 163 Mio. Euro zugesagt, davon 36,5 Mio. Euro für die technische Zusammenarbeit und 126,5 Mio. Euro für die finanzielle Zusammenarbeit.

Deutschland ist derzeit drittgrößter bilateraler entwicklungspolitischer Partner Indonesiens nach Japan und den USA. Darüber hinaus unterstützt Deutschland über multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und den Haushalt der Europäischen Union mit erheblichen Beiträgen Entwicklungsprogramme in Indonesien. Deutschland finanziert außerdem die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und Programme im regionalen Kontext von ASEAN.

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Die bilaterale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) fußt auf dem entsprechenden Abkommen von 1979. Neben dem Stipendienprogramm des DAAD und der universitären Zusammenarbeit werden anlass- und themenbezogen gemeinsame Forschungsprojekte durchgeführt.

Das umfangreichste Projekt der letzten Jahre betraf den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems, das nach dem Tsunami von 2004 beschlossen wurde. Der Aufbau des Systems ist abgeschlossen, das System wurde im März 2011 an Indonesien übergeben.

Ende 2018/Anfang 2019 wird mit der Übergabe eines binären Geothermiekraftwerks in Nord-Sulawesi an Indonesien ein weiteres großes Projekt abgeschlossen. In der Biotechnologie laufen unter dem Titel „Biodiversität und Gesundheit“ eine ganze Reihe von Projekten zur Erforschung antimikrobiologischer Resistenzen und Erweiterung deutscher und indonesischer Forschungssammlungen zur Biodiversität.

Im Forschungsbereich Waldwissenschaften werden seit einigen Jahren von der DFG geförderte Studien und Experimente zu den Auswirkungen von Monokulturen, speziell Palmöl- und Gummibaum-Plantagen in der Provinz Jambi in Sumatra durchgeführt.

In der Meeresforschung wird die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit im Projekt SPICE III mit den Forschungsschwerpunkten marine Biodiversität, Klimawandel, Korallenriff- und Mangroven-Ökologie durch Einzelforschungsvorhaben und Hochschulkooperationen fortgesetzt.

Seit April 2018 gibt es eine Laborpräsenz der RWTH Aachen auf dem Campus der Universität Gadjah Mada in Yogyakarta. Dort werden unter dem Namen GetIn-CICERO in den kommenden Jahren Forschungsaktivitäten in den vier Clustern Umwelt und Wasser, Nachhaltige Nutzung von Georessourcen, Georisiken im Küstenraum und Klimaanpassung sowie Energie und Rohstoffeffizienz aufgebaut.

Kultur- und Bildungszusammenarbeit

Die engen Beziehungen zu Deutschland spiegeln sich auch im Kultur-und Bildungswesen wider.

Deutschland genießt einen ausgezeichneten Ruf als Studien-und Wissenschaftsstandort. Die Zahl indonesischer Studierender in Deutschland ist auf über 4600 gestiegen, was einer beachtlichen Steigerung von 87,2 Prozent in den letzten 5 Jahren entspricht. Deutschland gehört seit Jahren zu den beliebtesten Studienstandorten indonesischer Studierender. Über 30.000 Alumni, unter ihnen der ehemalige indonesische Präsident Jusuf Habibie, sind wichtige Brückenbauer im bilateralen Verhältnis. Hochschulpartnerschaften, Doppelabschlussprogramme und Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) tragen zur Vertiefung gemeinsamer Zusammenarbeit bei und schaffen dauerhafte Beziehungen auf beiden Seiten.

Das Goethe Institut Jakarta mit seinen Zweigstellen in Bandung (Westjava) und Surabaya (Ostjava) fördert mit seiner Sprach-und Kulturarbeit den umfassenden kulturellen Austausch beider Länder. Die deutsche Saison 2015 mit dem Motto „Deutschland-Indonesien: Gemeinsam Richtung Zukunft“ würdigte die guten Beziehungen unserer beiden Länder. Mehr als 100.000 Besucher nahmen in Indonesien an deutsch-indonesischen Veranstaltungen zu den Themen Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil.

Die deutsche Sprache erfreut sich in Indonesien wachsender Beliebtheit. Derzeit lernen rund 150.000 Indonesierinnen und Indonesier Deutsch, davon über 19.000 an nunmehr 29 Partnerschulen. Erst dieses Jahr wurde eine weitere Schule in das PASCH-System aufgenommen.

in ganz Indonesien. Diese Partnerschulen entwickelten sich aus der im Februar 2008 vom ehemaligen Außenminister und heutigen Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier gestarteten Initiative „Schulen: Partner der Zukunft (PASCH). Durch PASCH werden Lehrer und Schüler mit dem Ziel fort- und ausgebildet, weiterreichende Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler zu schaffen und im Schulalltag im Ausland Deutschland erfahrbar zu machen.

Die Deutsche Schule Jakarta feierte 2016 ihr 60. Jähriges Jubiläum. Der angebotene Abschluss der Internationalen Deutschen Abiturprüfung eröffnet den Absolventen die Chance der Aufnahme eines Studiums in Deutschland, welche auch vielfach wahrgenommen wird.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Indonesien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Partnerschaft konzentriert sich besonders auf die Bereiche Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Förderung der Privatwirtschaft und gute Regierungsführung. Das Schwellenland Indonesien ist ein Partner für Dreieckskooperationen mit Entwicklungsländern. Mehr Informationen finden Sie hier:

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