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Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit, © GIZ

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Die internationale Entwicklungspolitik hat das Ziel, dem Ideal einer Welt ohne Armut, gewaltsame Konflikte und ökologische Zerstörung näher zu kommen. Diese Probleme der Gegenwart können nicht von einem Staat allein, sondern nur von der Weltgemeinschaft gemeinsam bewältigt werden. Die deutsche Bundesregierung trägt im Rahmen ihrer Entwicklungspolitik dazu bei und treibt die Verwirklichung der sog. Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) voran.

Indonesien ist nicht nur bilateral, sondern als G20-Mitglied und Schwellenland auch regional bzw. international ein zunehmend wichtiger Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Unter anderem von der weiteren Entwicklung in Indonesien hängt ganz entscheidend ab, ob die SDGs –insbesondere ein nachhaltiger globaler Klimaschutz- erreicht werden können. Trilaterale Kooperationen und die Verknüpfung von bilateralen und regionalen Vorhaben spielen hier eine immer bedeutendere Rolle.

Zwischen 2010 und 2012 beliefen sich die Zusagen an Indonesien auf insgesamt über € 520 Mio. Bei den Regierungsverhandlungen 2013 wurden für die bilaterale Kooperation insgesamt € 50,5 Millionen neu zugesagt. Davon entfallen € 7 Millionen auf die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ), die über die KfW-Entwicklungsbank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) umgesetzt werden, und € 43,5 Millionen auf die Technische Zusammenarbeit (TZ), die durch die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) implementiert werden. 2014 wurden im Rahmen der FZ weitere Mittel in Höhe von € 175 Mio. zugesagt. 2015 wird es erneut Regierungsverhandlungen geben.

Mit der indonesischen Regierung wurden bei den Regierungsverhandlungen 2013 folgende Schwerpunkte der Zusammenarbeit vereinbart:

Indonesien spielt eine besonders wichtige Rolle beim Schutz globaler Umweltgüter, insbesondere dem Klima- und Biodiversitätsschutz. Bei der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung geht es vor allem um die Nutzung natürlicher Ressourcen, eine nachhaltigere und klimafreundlichere Energieversorgung sowie eine moderne Infrastruktur. Den Entwicklungsprioritäten Indonesiens angepasste Förderthemen konzentrieren sich daher auf die folgenden Bereiche: Forst und Biodiversität, Infrastruktur, Energie und Klimapolitikberatung.

Forst und Biodiversität: Zu einem generell wachsenden Druck auf natürliche Ressourcen (Wald) kommen vor allem Landnutzungskonflikte. Im Fokus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Indonesien stehen daher die klimafreundlichere Landnutzung (Ressourcenschutz vs. wirtschaftliche Nutzung natürlicher Ressourcen), der Aufbau einer soliden Forstwirtschaft und innovative Finanzierungsansätze für Forstschutzprogramme. Zu bereits bestehenden Programmen auf Kalimantan und Sumatra kommt zeitnah ein neues Projekt in Zentralsulawesi hinzu:

Forrest and Climate Change Programm - FORCLIME

Infrastruktur: Eine effiziente und umweltfreundliche Infrastruktur ist das Rückgrat nachhaltiger Entwicklung. Gerade in Indonesien stellen sich hier noch große Herausforderungen mit Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft sowie die Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung. Etwa 50% der indonesischen Bevölkerung lebt in urbanen Zentren, die für einen signifikanten Teil der Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich sind. Die Gestaltung der Urbanisierung z.B. durch eine bessere Infrastruktur zur Abwasser- und Abfallbeseitigung und eine effizientere Verkehrsinfrastruktur stehen daher im Mittelpunkt indonesischer Wachstumsstrategien. Zur Unterstützung entlang eines „grünen“ und nachhaltigen Wachstumspfades liegt der Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hier vor allem in der Förderung klima- und umweltfreundlicher Strategien und Technologien. So werden beispielsweise ausgewählte Städte hinsichtlich einer klimafreundlicheren Verkehrsinfrastruktur beraten oder Finanzierung für Investitionen in modernes Abfallmanagement angeboten.

Energie: Indonesiens Energiesektor steht in den nächsten Jahren vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Zum einen wächst die Nachfrage nach Strom um jährlich etwa 8%. Gleichzeitig basiert der Großteil der Stromerzeugung nach wie vor auf fossilen Rohstoffen und die Elektrifizierungsrate gehört zu den niedrigsten in der Region. Zum anderen ist die Effizienz nicht zuletzt aufgrund zu hoher staatlicher Subventionen sehr niedrig. Hier gilt es, vor allem Effizienzsteigerungen zu fördern, die Erschließung erneuerbarer Energien (Wasserkraft, Geothermie, Bioenergie ) voranzutreiben sowie die nachhaltige Versorgung und den umfassenden Zugang zu Strom zu sichern. Die Beratung für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Marktes mit relevanten Akteuren, einer entsprechenden Energiepolitik sowie die Planung, Finanzierung, das Management und die Wartung entsprechender Investitionen bilden den Kern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in diesem Bereich.

Klimapolitik: Indonesien - als einer der größten Emittenten klimaschädlicher Treibhausgase - bekennt sich zu ambitionierten CO2-Minderungszielen und unterstützt auf multilateraler Ebene konstruktiv den Weg zu einem internationalen Klimaschutzabkommen. Das EZ-Engagement konzentriert sich daher vor allem auf die reale Umsetzung von Klima-Maßnahmenplänen (v.a. durch Unterstützung von Programmen zur Treibhausgasminderung - den sog. NAMAs) in Provinzen und Städten sowie auf die Einbeziehung des Privatsektors und die Sensibilisierung der Bevölkerung zur Erreichung der klimapolitischen Ziele Indonesiens.

Factsheet Klimawandel und Energie


Die ökonomischen Erfolge Indonesiens werden durch unzulängliche Regierungsführung immer wieder gefährdet. Schon die bisherige Regierung hatte die Themen Antikorruption und Verwaltungsreform daher zu ihrer Priorität erklärt - ein Trend, der sich unter der neuen Regierung noch verstärken wird. Auf dem Weg zu einem modernen Rechtsstaat liegen erhebliche Herausforderungen, die vor allem in den Bereichen Verwaltungsreform, Korruptionsbekämpfung sowie in der Reform des Justizsystems und der Polizei liegen. Insgesamt weist Indonesien für ein Schwellenland relativ schlechte Governance-Indikatoren auf. Dies gilt u.a. für den Corruption Perception Index von Transparency International und den Doing Business Index der Weltbank.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Themenfelder:

Verwaltungsreform: Die Unterstützung von Schlüsselakteuren (Verwaltungsreform-, Finanz-, Innen- und Planungsministerium sowie Verwaltungsakademie) im Bereich der Reform des öffentlichen Diensts mit dem Ziel, die öffentliche Verwaltung effektiver, effizienter, rechenschaftspflichtiger und bürgerorientierter zu gestalten und innovative Dienstleistungskonzepte in Rückkopplung mit der internationalen Ebene (OECD, ASEAN) zu verbreiten (Vorhaben TRANSFORMASI).

Korruptionsbekämpfung: Die organisatorische und institutionelle Stärkung der Antikorruptionskommission (KPK) mit dem Ziel, verstärkt präventive Maßnahmen gegen Korruption über die Einführung eines nationalen Integritätsmanagementsystems, die Einrichtung eines Anti-Corruption Learning Centers und die Verankerung von bereits entwickelten Instrumenten zur Korruptionsbekämpfung umzusetzen.

Rechte von Frauen: Die Kooperation mit dem Ministerium für Frauenförderung und Schutz von Kinderrechten im Bereich Entwicklung nationaler und lokaler Politiken, Programme und Kapazitäten zur Schaffung von Grundlagen für den Abbau struktureller Benachteiligungen von Frauen.

Stärkung von Strukturen und Kapazitäten für die internationale Zusammenarbeit: In diesem erst seit Mitte 2014 bearbeiteten Themenbereich liegt der Fokus darauf, die für internationale Zusammenarbeit zuständigen Institutionen darin zu beraten, ihre Rolle als regionaler und globaler Entwicklungspartner effektiver wahrzunehmen. Die Beratung umfasst die Stärkung der Kapazitäten für Süd-Süd- und Dreieckskooperation, Planung und Umsetzung von nachhaltigen Dreieckskooperationsprojekten und den Aufbau und das Management von Netzwerken für globale Regierungsführung. Es existiert eine enge Zusammenarbeit mit globalen Maßnahmen.

Factsheet Good Governance und Globale Netzwerke


In den letzten zehn Jahren hat sich das Pro-Kopf-Einkommen Indonesiens mehr als verdoppelt. Die Mittelschicht ist stark gewachsen und die Armutsrate hat sich um ein Drittel reduziert. Gleichzeitig steht Indonesien weiterhin vor großen Herausforderungen und Risiken. Dazu zählen insbesondere der noch zu geringe allgemeine und berufsbezogene Bildungsstand, die zu geringe Diversifizierung und Verarbeitungstiefe der indonesischen Wirtschaft und ihre hohe Abhängigkeit vom Export - weitgehend unverarbeiteter - Rohstoffe, die auch im regionalen Kontext strukturell unterentwickelte Infrastruktur, die hohe und steigende Einkommensungleichheit sowie die hohe soziale Vulnerabilität aufgrund unzureichender sozialer Sicherungssysteme. Diese Entwicklungen bergen die Gefahr, dass die weitere wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens stagniert (Stichwort: middle-income trap), sich die Armut und das Armutsrisiko breiter Bevölkerungsschichten verfestigen sowie die gesellschaftliche Kohäsion und Stabilität in Gefahr geraten.

Nachhaltiges Wachstum & Investitionen: Hier fördert das Programm für nachhaltiges regionales Wirtschaftswachstum und Investitionen (SREGIP) in enger Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor die breitenwirksame und ökologisch nachhaltige Entwicklung von Wertschöpfungsketten – im Bereich Agrobusiness und Tourismus – mit dem Fokus auf zwei Pilotregionen in West-Kalimantan und West Nusa Tenggara. Neben der Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas und der öffentlichen Förderstrategien geht es vor allem um die Entwicklung von Unternehmensdienstleistungen und die Nutzung angepasster Technologien mit dem Ziel, die Wertschöpfung und ökologische Nachhaltigkeit von 100 kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und 5000 Kleinbauern zu erhöhen und die Breitenwirksamkeit in den ausgewählten Wertschöpfungsketten zu verbessern. Auf nationaler Ebene unterstützt die deutsche EZ die Umsetzung der Reformagenda der indonesischen Regierung (i) zur Verbesserung des Investitionsklimas, (ii) zur Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für Infrastrukturinvestitionen und (iii) zur Beschleunigung und Erhöhung der Transparenz der staatlichen Auftragsvergabe. Hierbei beteiligt sich die deutsche EZ gemeinsam mit anderen Entwicklungspartnern an großvolumigen Programmfinanzierungen, die durch punktuelle Beratungsleistungen flankiert werden.

Praxisorientierte Berufsbildung: Im Mittelpunkt des gemeinsam von der technischen und der finanziellen Zusammenarbeit umgesetzten Berufsbildungsprogramms steht die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen beruflicher Aus- und Fortbildungsangebote sowie von Arbeitskräften in ausgewählten Regionen Indonesiens. Das Vorhaben unterstützt das Bildungs-, Industrie- und Arbeitsministerium, Lokalregierungen, 23 ausgewählte Berufsschulen und -zentren sowie ausgewählte deutsche, internationale und indonesische Unternehmen darin, die Qualität und Praxisorientierung der beruflichen Qualifizierung sowie das Management des Berufsbildungssektors und den Übergang zum Arbeitsmarkt zu verbessern. Neben Beratung und Qualifizierung beinhaltet die Förderung auch die Ausstattung und Ausrüstung von Werkstätten in den o.g. Berufsschulen bzw. -zentren sowie weiterführendes technisches Training der Lehrkräfte. Eine besondere Rolle im Vorhaben kommt der Privatwirtschaft zu. Diese zielen darauf ab, die Rolle der (verfassten) Wirtschaft im Rahmen der beruflichen Förderung zu stärken.

Soziale Sicherung: Im Themenfeld „Soziale Sicherung“ werden das indonesische Planungsministerium und der Rat für Soziale Sicherung beim Aufbau des zum 01.01.2014 neu eingerichteten beitragsfinanzierten Krankenversicherungssystems unterstützt, das bis 2019 ganz Indonesien abdecken soll. Hieran knüpft die Finanzierung von Gesundheitsinfrastruktur (Referenzsystem bestehnd aus Krankenhäusern und Gesundheitsstationen einschließlich moderner Ausstattung) in ausgewählten Provinzen (zunächst Aceh) an, um auch das Angebot von Gesundheitsdienstleistungen zu verbessern. Darüber hinaus wird das Sozialministerium darin unterstützt, das System der konditionierten sozialen Grundsicherung auf 3,2 Mio. begünstigte Familien auszuweiten und die Verwaltung der Mittel effizienter auszugestalten. Das Programm trägt ferner dazu bei, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Sozialsysteme sowie ihren Zugang zu Berufsbildung und den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Factsheet Breitenwirksames Wachstum

Daneben werden in Indonesien auch Maßnahmen der humanitären Hilfe umgesetzt sowie Programme der politischen Stiftungen, der Kirchen und der Zivilgesellschaft gefördert. Insgesamt lagen die Leistungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Indonesien (sog. ODA) im Jahr 2012 bei € 48,9 Mio.

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit fördert die Botschaft Ihre nachhaltigen Projektideen in den Bereichen Soziales, Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung oder Umwelt.

Als einheimischer Träger können Sie eine Unterstützung von bis zu 25.000 Euro beantragen, um schnell und flexibel Projekte durchzuführen, die auf punktuelle Notlagen der Bevölkerung reagieren und den ärmsten Bevölkerungsschichten helfen. Ihr Projekt sollte kurzfristig durchführbar (innerhalb von maximal 6 Monaten) und unmittelbar wirksam sein.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt.

Bitte übersenden Sie das ausgefüllte Antragsformular mit Originalunterschriften zweier Projektverantwortlicher, sowie alle weiteren erforderlichen Unterlagen als hard copy an die Deutsche Botschaft unter folgender Adresse:

Economic and Development Cooperation Section
German Embassy
Jl. M.H. Thamrin No. 1
Jakarta 10310
Indonesia

Ansprechpartnerin in der Botschaft
Ms. Oxana Paustjan

Kontakt

Bewerbungen Kleinstprojekte 2018
Bewerbungen Kleinstprojekte 2018© Deutsche Botschaft Jakarta

Die Botschaft bedankt sich für die zahlreichen interessanten Einsendungen für Kleinstprojekte im Jahr 2018. Die Auswahl der Projekte ist nun abgeschlossen und potentielle Projektpartner wurden informiert. Falls Sie sich um Unterstützung beworben, aber keine Nachricht von uns erhalten haben, kann Ihr Projekt leider nicht gefördert werden.


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